Spielsucht – auch Glücksspielsucht oder Glücksspielstörung genannt – ist eine ernsthafte Erkrankung, die Betroffene und ihr Umfeld stark belastet. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, woran man Spielsucht erkennt, wie sie entsteht und welche Wege aus der Sucht herausführen.
Was ist Spielsucht?
Spielsucht ist ein kontrollverlust-behaftetes Verhalten, bei dem Menschen trotz negativer Folgen weiterspielen. Die offizielle Bezeichnung lautet Glücksspielstörung.
Typische Merkmale:
- zunehmender Kontrollverlust
- starkes Verlangen zu spielen
- weiterspielen trotz finanzieller Probleme
- Vernachlässigung von Alltag, Beruf und Beziehungen
Häufige Risikospiele:
- Online-Casino
- Sportwetten
- Spielautomaten
- Poker- & Kartenspiele
Ursachen & Risikofaktoren
Spielsucht entsteht nie durch einen einzelnen Auslöser. Meist spielen psychische, soziale und biologische Faktoren zusammen.
Wichtige Ursachen:
- Dopaminwirkung: Gewinne erzeugen Glücksgefühle
- Fluchtmechanismus: Spielen als Stress- oder Problembewältigung
- Belohnungssystem: Unvorhersehbare Gewinne verstärken das Verhalten
Risikofaktoren:
- niedrige Selbstkontrolle
- emotionale Probleme (Stress, Depressionen, Einsamkeit)
- familiäre Vorbelastung
- leichter Zugang zu Online-Glücksspiel
- finanzielle Schwierigkeiten
Anzeichen & Verlauf
Je früher Symptome erkannt werden, desto besser kann geholfen werden.
Frühe Anzeichen:
- häufiges Denken ans Spielen
- erste Lügen über Spielzeiten oder Einsätze
- steigende Einsätze, um denselben „Kick“ zu spüren
Fortgeschrittene Anzeichen:
- wiederholte erfolglose Stopp-Versuche
- verheimlichte Schulden
- Vernachlässigung sozialer Kontakte
- innerer Zwang zu spielen
Typischer Verlauf in Phasen:
- Gewinnphase: erste Erfolge, Euphorie, steigende Risikobereitschaft
- Verlustphase: Verluste, erhöhte Einsätze, Lügen
- Verzweiflungsphase: Kontrollverlust, Schulden, psychosoziale Probleme
Folgen & Auswirkungen
Spielsucht hat weitreichende Konsequenzen – finanziell, psychisch und sozial.
Finanzielle Folgen:
- hohe Schulden
- Kreditaufnahme
- Gefährdung der Existenz
Psychische Folgen:
- Depressionen
- Angststörungen
- Schlafprobleme
Soziale Folgen:
- Konflikte in Partnerschaft & Familie
- Jobverlust
- soziale Isolation
Hilfe & Behandlungsmöglichkeiten
Spielsucht ist behandelbar. Es gibt zahlreiche kostenlose Hilfsangebote. Eine umfangreiche Liste mit Anlaufstellen in Deutschland sowie im Ausland findet ihr hier auf 5starplay.de
Therapieformen
- Verhaltenstherapie: Analyse von Auslösern, Aufbau neuer Gewohnheiten
- Gruppentherapie: Austausch mit Betroffenen
- Online-Beratung: schnelle Hilfe ohne Hürden
Beratungsstellen & Hotlines
- örtliche Suchtberatungsstellen
- Infoline Glücksspiel
- Online-Selbsttests und Therapieprogramme
Selbsthilfe
- Budgetplanung
- Ausschluss von Online-Casinos (Selbstausschluss)
- feste Spielpausen und Limits
Prävention & verantwortungsvolles Spielen
Wer früh gegensteuert, kann eine Sucht verhindern.
Wichtige Präventionsmaßnahmen:
- Einsatzlimits setzen
- feste Zeitgrenzen definieren
- nur mit klarem Budget spielen
- niemals spielen, um Probleme zu lösen
- keine Kredit- oder geliehenen Gelder nutzen
Besonders gefährdet:
- Jugendliche
- Personen mit depressiven Verstimmungen
- Menschen mit hohem Online-Konsum
Spezielle Risikogruppen & Spielarten
Online-Spielsucht
- 24/7 verfügbar
- schnelle Spielfrequenz
- hohe Anonymität
- erhöhte Suchtgefahr
Sportwetten
- häufig unterschätzt
- Glücksspielcharakter wird oft übersehen
- hohes Risiko für junge Männer
Angehörige
- tragen oft hohe emotionale Last
- erleben Angst, Wut und Hilflosigkeit
- brauchen ebenfalls Unterstützung
Tipps für Angehörige:
- klare Grenzen setzen
- nicht heimlich Schulden ausgleichen
- professionelle Hilfe suchen
- offen kommunizieren, ohne Vorwürfe
Wege aus der Spielsucht – was jetzt hilft
Schritt-für-Schritt-Empfehlung:
- Problem anerkennen
- vertrauliches Gespräch mit einer Beratungsstelle
- Therapieformen prüfen (online oder vor Ort)
- finanzielle Übersicht schaffen
- Umfeld informieren
- Rückfallpräventionsplan erstellen
Fazit
Spielsucht ist eine ernstzunehmende Erkrankung mit tiefgreifenden Folgen – aber sie ist behandelbar. Wer die Anzeichen erkennt und sich Hilfe sucht, kann den Kreislauf durchbrechen und ein stabiles, selbstbestimmtes Leben zurückgewinnen. Prävention, Aufklärung und professionelle Unterstützung sind dabei zentrale Bausteine.